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Ergebnisse der iF3 Weltmeisterschaft in Oslo

Anspruchsvolle Tests verlangen Können und mentale Stärke

Vergangenes Wochenende fand vom 24. bis 26. November 2023 in Oslo, Norwegen die iF3 Weltmeisterschaft 2023 der Senioren statt. Bereits seit 2018 bringt die iF3 (International Functional Fitness Federation) Sportler:innen aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Fähigkeiten und Ausdauer in einem fairen und anspruchsvollen Wettbewerb zu testen. 

Neben den Kategorien Junioren und Teams traten die Senior individual femal und die Senior individual male Athlet:innen gegeneinander an. 

Für den Deutschen Bundesverband funktionaler Fitness (DBVfF) flogen Julia Jakobsen, Lisa Eble, Vivien-Marie Christian, Hendrik Senf, Felix Rehder, Max Hinkofer und Matthias Kurpjuweit nach Oslo, um als Individual-Athlet:innen für Deutschland um den Weltmeister:innen Titel 2023 zu kämpfen. Auf der Website vom DBVfF erhaltet ihr alle Informationen zum Nationalkader 2023.

Julia Jakobsen beim Endurance Test Foto:@betweenthebarsphotography

Die WM startete am Freitag mit dem Endurance Test bei dem in einem Time Cap von 30 Minuten insgesamt 2800m laufen, 1000m auf dem SkiErg, 1000m auf dem Rudergerät und 2000m auf dem BikeErg absolviert werden mussten. Lisa Eble und Julia Jakobsen eröffneten für Deutschland die WM, mit einem beeindruckenden Start von der Deutschen Meisterin 2023 Julia Jakobsen, die sich durch ihren schnellen Lauf und einen eisernen Sprint auf dem Bike-Erg an der Spitze hält und als Zweite in ihrem Heat den ersten Test der Weltmeisterschaft 2023 beendet! Auch Vivien-Marie Christian pusht in den ersten Runden im Endurance-Test und zieht ordentlich mit. Fällt dann aber leider etwas von der Lead Pace ab und beendet den Test mit einer Zeit von 26:55 Minuten. Durch ihre vorangegangene Knieverletzung konnte Lisa Eble ihr Potential im Endurance Test leider nicht komplett ausschöpfen und hebt sich ihre Kraft bewusst für die bevorstehenden 2. Wettkampf-Tage auf.

Max Hinkofer beim Endurance Test Foto:@betweenthebarsphotography
„Durchweg Gas geben, no matter what“, so die Einschätzung von Matthias Kurpjuweit zum Endurance Test vor seinem Start. „Im Lauf entscheidet sich viel und da die Heats wild durchgemischt sind, kann man das Tempo der Konkurrenz nicht abschätzen.“ Richtig einzuschätzen gilt es trotzdem. Denn wer am ersten von 3 Tagen direkt das Laktat in die Muskeln schießt, der hat am Ende nichts gewonnen. Und so schlagen sich Hendrik Senf und Matthias Kurpjuweit im Endurance Test in das starke Mittelfeld von den insgesamt 50 Teilnehmern bei den Männern.
Eine Tempovorgabe liefert Max Hinkofer, der mit einer durchweg guten Pace die 2800m durchläuft und mit einer durchschnittlichen Zeit von 1:42 Min/500m auf dem Rudergerät den anderen Nationen zeigt, wo seine Stärken liegen. Nur wenige tausendstel Sekunden trennen den 29-jährigen, der seine Wurzeln in der Military CrossFit Affiliate CrossFit KOKORO hat, zu seinem Sieg in diesem Heat. Mit einem verdienten 7. Platz im Endurance Test macht Max einen soliden Anfang für das WM-Wochenende!

Felix Rehder startet seine dritte WM leider gesundheitlich angeschlagen. Im Endurance Test, was ihm eigentlich gut liegt, geht ihm auf den Ergometer-Geräten bereits der Dampf aus. Zwar kann er am zweiten Tag, beim Strength Test, noch ein paar Punkte mit einem 150kg Clean and Jerk gut machen, entscheidet sich aber in Absprache mit Hendrik Heim (Nationaltrainer), den Wettkampf an dieser Stelle abzubrechen und seine Team-Kolleg:innen von der Seitenlinie zu unterstützen. Mit dieser Entscheidung steht der Verband hinter dem Europameister 2023 und Vizeweltmeister 2022 und dankt Felix für seinen unermüdlichen Einsatz für den Sport und den Verband.

Felix Rheder beim Gewichtheben während des Strength Tests auf den iF3 Worlds 2023
Felix Rehder Foto: @betweenthebarsphotography

Am 2. Tag und im 2. Test der WM beweisen die Athlet:innen volle Konzentration und Stärke. In insgesamt 3 Versuchen und je einem Zeitfenster von 20 Sekunden suchen die Athlet:innen ihren 1RM (1 Repetition Maximum) Clean & Jerk im Strength Test. Julia Jakobsen setzt sich mit 101kg auf Platz 8 in diesem Test, Lisa Eble holt sich den 13. Platz mit 96kg und Vivien-Marie Christian zeigt mit einem stabilem Lift von 86kg, dass sie auf dem richtigen Weg ist, um mit den stärksten Frauen mitzuhalten.

Matthias Kurpjuweit beim Strength Test Foto:@betweenthebarsphotography

An seine Leistung vom 1. Tag knüpft Max Hinkofer an. Knapp verpasst er zwar die 156kg im 3. Lift, den er im Ausstoßen knapp verliert, doch seine 151kg bringen ihn nach 2 Tests auf Platz 3 Overall. Auf den Bodyweight Test freut sich Hendrik Senf, der mit einem 148kg C&J in den Top 20 im Leaderboard steht.

Für Matthias Kurpjuweit war der Strength-Test ein voller Erfolg. Mit einem neuen PR von 131kg verlässt Matthias die Wettkampffläche nach diesem Kraftakt. Der 32-jährige rückte für Benjamin Huxol nach, der krankheitsbedingt leider seinen Startplatz als Deutscher Meister 2023 nicht antreten konnte. Die Wahl fiel auf Matthias, da er als 4. Platzierter auf der Deutschen Meisterschaft 2023 zeigen konnte, dass er mit dem bestehenden Kader mithalten kann.

 

Nach dem Strength Test folgten am selben Tag noch der Bodyweight und der Skill Test

Der Bodyweight Test bringt beachtliches Volumen mit sich. In 5 Runden müssen innerhalb von 3 Minuten 16 Toes to Bar, 3 Rope Climbs (4,5m), 16 Pistols und in der verbleibenden Zeit so viele Burpees Box Jump over absolviert werden, bevor die Athlet:innen 1 Minute Pause haben und dann mit der nächsten Runde beginnen. Auch hier zeigt der Deutsche Nationalkader, dass sie mit den Anforderungen mithalten können und platzieren sich durchweg im Mittelfeld. 

Hendrik Senf beeindruckt durch einen unfassbares Tempo in den Pistols im Bodyweight Test und kommt am Ende auf Platz 13. Seine Größe nutzt Max Hinkofer und bricht die Toes to Bar konsequent auf. So kann er seine Pace über alle Runden halten und in einem seiner Angsttests einen guten 22. Platz holen. Wie ein Uhrwerk arbeitet sich Matthias Kurpjuweit durch alle Runden im BW Test und kommt am Ende auf Platz 19. 

Die vorangegangenen Tests merkt Julia Jakobsen, die mit einem guten Tempo startet. Die Pace der Führenden kann Julia allerdings nicht ganz halten, platziert sich aber dennoch im oberen Drittel auf Platz 15. Lisa arbeitet sich konstant durch den Bodyweight Test, landet im starken Mittelfeld auf Platz 24, ebenso wie Vivien-Marie, der das Volumen der bisherigen Test anzumerken ist, aber sich bis auf den 22. Platz hoch beißt. 

Hendrik Senf beim Skill Test Foto:@betweenthebarsphotography
Aufgeteilt in 2 Segmente fordert der Skill Test bei den Athlet:innen mentale Stärke und einwandfreies Geschick. Im ersten Teil werden so viele Ring Muscle ups wie möglich in 90 Sekunden verlangt. Dabei war die Länge der Straps für die meisten Athlet:innen sicherlich etwas ungewohnt.  Direkt im Anschluss geht es in einen Parcour auf den Händen, bestehend aus einem vorwärts laufenden flachen Abschnitt, einer Rampe mit Treppe, einem flachen Abschnitt inklusive 4 freestanding Handstand Pushups und einem flachen Abschnitt auf dem die Athlet:innen eine halbe Pirouette machen und dann weiter rückwärts das Segment beenden. Im Letzten Abschnitt folgt das Umqueren einer Pylon auf den Händen im Vorwärtslauf. 

“Bisschen ärgerlich, weiter gehts!” Mit dieser starken Einstellung schließt Hendrik Senf den 2. Teil des Skill Test auf der iF3 World Championships 2023 in Oslo ab. Die freestanding Handstand pushups bringen den Berliner, der bei CrossFit Aorter trainiert, nicht aus der Ruhe, den letzten holt er sich aber dennoch nicht. Seine Punkte sammelt er bei den Ring Muscle ups im ersten Teil, wo er sich mit 20 Reps in 90 Sekunden unter den Top 10 platziert.

Hendrik ist schon auf dem Leaderboard der iF3 Weltmeisterschaft 2018 zu finden und somit von Anfang an Athlet im Bundesverband der funktionalen Fitness. Zuletzt sahen wir ihn mit seinem Team CrossFit Aorta auf dem German Throwdown in Mainz.

Lisa Eble beim Mixed Modal Test mit den Y Bells Foto:@betweenthebarsphotography

Lisa Eble zeigt, dass sie auf den Händen eine der Besten ist. Mit erstaunlichem Geschick läuft sie gekonnt über die Rampe und die Treppe, zeigt Konzentration bei den freistehenden Handstand Liegestütze, nimmt dann ordentlich Schwung im Rückwärtslauf und schließt den Test gekonnt innerhalb des kurzen Time Caps von 4 Minuten ab! Platz 6 für Lisa im 2. Teil des Skill Tests!

Am letzten Tag der WM geht es in den Mixed Modal und Power Test. Die Vortage stecken den Athlet:innen tief in den Knochen. Der Mixed Modal Test zeigt sich mit ungewöhnlichem Equipment. Nach 400m laufen auf dem Assault Air Runner und 15 Wall Walks geht es in eine aufsteigende Leiter von double Y Bell Ground to Overhead und double Y Bell Thruster, gefolgt von 300 Double Under, die den Athlet:innen am Ende des Tests alles abverlangen.

Julia platziert sich auf dem 13. Platz, Lisa auf dem 16. und Vivien-Marie auf dem 20. Platz bei den Damen. Auch hier zeigt Hendrik Senf wieder wie schnell er arbeiten kann und schließt den Mixed Modal Test mit dem 10. Platz ab. Matthias folgt auf dem 22. Platz, dicht gefolgt von Max auf Platz 23.

Max Hinkofer beim Power Test Foto:@betweenthebarsphotography

Den Abschluss der WM bildet der Power Test, der die Athlet:innen zwingt noch mal die letzten Reserven rauszuholen, denn jetzt sollen innerhalb von 3 Minuten 20m Sled Push, 25 Power Snatch und erneute 20m Sled Push absolviert werden.

Richtig Gas gibt Hendrik bei den Power Snatches, die er in einer beeindruckenden Geschwindigkeit unbroken durcharbeitet und sich damit in einer Zeit von 1:37 Minuten den 10. Platz in diesem Test sichert. Max hat aufgrund seiner Größe einen deutlichen längeren Weg bei den Snatches, dafür überzeugt er beim Sledpush mit seiner Stärke und holt sich den 22. Platz im Power Test. Matthias muss aufgrund der Vorermüdung die Snatches leider brechen, kommt aber trotzdem auf einen guten 30. Platz. 

Bei den Damen holt sich Vivien-Marie durch das solide Durcharbeiten bei den Power Snatches und einem starke Sprint im Sled Push den 18 Platz. Julia riskiert im letzten Test alles mit dem Ziel Top 10 vor Augen. Ein Heat Win und eine Zeit von 1:43 Minuten bedeutet das Platz 8 im Power Test und den 10. Platz Overall. Mit einer Zeit von 1:48 Minuten muss sich Lisa Eble allerdings nicht verstecken und zeigt, dass sie mit der Spitze mithalten kann. Platz 11 im Power Test und Top 20 auf ihrer zweiten iF3 Weltmeisterschaft der Seniors ist das Ergebnis. 

Endergebnisse der iF3 Weltmeisterschaft der Senioren 2023

Platz 10 – Julia Jakobsen

Platz 19 – Lisa Eble

Platz 23 – Vivien-Marie Christian

Platz 13 – Hendrik Senf

Platz 14 – Max Hinkofer

Platz 27 – Matthias Kurpjuweit

Platz 46 – Felix Rehder (withdrawal)

Mit diesem Ereignis verabschiedet sich der Deutsche Bundesverband Funktionaler Fitness aus der Saison 2023.

Wir wünschen unserem deutschen Seniors Nationalkader gute Erholung nach diesem anspruchsvollen und kräftezehrenden Wochenende und danken für euren starken Einsatz und durchweg beeindruckenden Leistungen!

Du möchtest selbst dem Kader angehören und die Nationalfarben in die Welt hinaus tragen? Im Januar startet die neue Saison mit der Landesmeisterschaft. Deine Chance dich über die Regional- und Deutsche Meisterschaft für die iF3 Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Egal, ob als Seniors Athlet:in bis 29 Jahre oder als Masters-Athlet:in ab 30 Jahre. Wobei es dir in der Masters Divisions auch freisteht, in der offenen Kategorie bei den Seniors zu starten. 

Voraussetzung für die Teilnahme ist die aktive Mitgliedschaft im Bundesverband. Für einen kleinen Beitrag förderst du nicht nur den Sport der funktionalen Fitness, sondern kannst an den laufenden Meisterschaften teilnehmen und Deutschland auf internationalen Wettkämpfen vertreten.

 

Foto @betweenthebarsphotography

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